Keno ist eines der ältesten Glücksspiele überhaupt und in seiner heutigen Form eine Lotterie, die alle paar Minuten gezogen wird. Es ist entspannt zu spielen und teuer zu bezahlen.
Wie es funktioniert
Aus einem Feld von meist 80 Zahlen wählst du selbst eine bestimmte Menge aus, üblicherweise zwischen 2 und 10. Danach werden 20 Zahlen gezogen. Ausgezahlt wird nach der Anzahl deiner Treffer.
Es gibt keine Entscheidung während der Runde und keine Strategie. Welche Zahlen du wählst, ist mathematisch bedeutungslos, weil alle gleich wahrscheinlich sind.
Die unangenehme Zahl
Der Hausvorteil bei Keno liegt je nach Anbieter und Auszahlungstabelle typischerweise zwischen 20 und 30 Prozent. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Slot liegt bei 4 Prozent, europäisches Roulette bei 2.7 Prozent, Blackjack bei guter Spielweise unter 1 Prozent.
Ein Rechenbeispiel über CHF 500 Umsatz: Bei Keno mit 25 Prozent liegt der erwartete Verlust bei CHF 125. Bei europäischem Roulette wären es CHF 13.50 gewesen.
Das ist kein Versehen und kein schlechter Anbieter. Es ist die Bauart des Spiels und gilt für Keno überall.
Warum es sich nicht so anfühlt
Weil Treffer häufig sind. Wer 10 Zahlen wählt, hat fast in jeder Runde einige davon getroffen. Das fühlt sich nach Nähe zum Gewinn an, auch wenn erst ab einer bestimmten Trefferzahl überhaupt ausgezahlt wird.
Dazu kommen die beworbenen Quoten. Zehn Richtige zahlen astronomisch, und die Wahrscheinlichkeit dafür liegt im Bereich von eins zu mehreren Millionen. Die Rechnung dahinter steht nirgends auf dem Bildschirm.
Wie viele Zahlen wählen
Die Auszahlungstabellen sind je nach gewählter Anzahl unterschiedlich gut. Es lohnt sich, in der Spielinfo den RTP für die verschiedenen Varianten zu vergleichen, denn die Unterschiede erreichen mehrere Prozentpunkte.
Was dagegen nichts bringt: Zahlen wählen, die lange nicht gezogen wurden, oder solche, die häufig kamen. Jede Ziehung ist unabhängig, das Spiel hat kein Gedächtnis.
Der Punkt mit der Zuständigkeit
Keno gibt es in der Schweiz in zwei Formen, und sie unterstehen verschiedenen Behörden. Als Spiel im Angebot einer konzessionierten Spielbank fällt es unter die Aufsicht der ESBK. Als Lotterieprodukt fällt es unter die interkantonale Geldspielaufsicht.
Für dich als Spieler ändert das die Steuerregeln und die zuständige Beschwerdestelle, nicht aber die Mathematik.
Der häufigste Irrtum
Die Annahme, Keno sei harmlos, weil es langsam ist und die Einsätze klein sind. Der Hausvorteil arbeitet nicht mit der Zeit, sondern mit dem Umsatz. Wer CHF 2 pro Ziehung setzt und eine Stunde spielt, hat bei einer Ziehung alle vier Minuten rund CHF 30 umgesetzt und davon statistisch CHF 7.50 verloren. Bei Roulette wäre derselbe Umsatz weniger als einen Franken teuer gewesen.