Von allen Details, auf die man beim Roulette achten kann, ist dieses das mit Abstand wertvollste. Es halbiert den Hausvorteil, und die meisten Spielenden wissen nicht, dass es existiert.
Das Problem, das sie lösen
Beim europäischen Roulette gibt es 37 Fächer: die Zahlen 1 bis 36 und die Null. Setzt du auf Rot, gewinnst du bei 18 von 37 Zahlen. Die Null ist der Grund für den Hausvorteil von 2.7 Prozent, denn bei ihr verlierst du deinen Einsatz.
La Partage und En Prison mildern genau diesen Fall ab, und zwar nur bei den einfachen Chancen: Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade, Hoch oder Tief.
La Partage
Fällt die Null, bekommst du sofort die Hälfte deines Einsatzes zurück. Die andere Hälfte geht an das Haus, und die Sache ist erledigt.
Ein Rechenbeispiel: Du setzt CHF 20 auf Rot, die Null fällt. Statt CHF 20 zu verlieren, bekommst du CHF 10 zurück.
En Prison
Fällt die Null, bleibt dein Einsatz für eine weitere Runde auf dem Feld liegen, gesperrt. Gewinnst du in der nächsten Runde, bekommst du den Einsatz zurück, allerdings ohne Gewinn. Verlierst du, ist er weg.
Rechnerisch läuft das auf fast dasselbe hinaus wie La Partage. Der Unterschied ist psychologisch: Bei La Partage ist die Sache sofort vorbei, bei En Prison hängt eine Runde in der Schwebe.
Was es tatsächlich bringt
Der Hausvorteil auf einfachen Chancen sinkt von 2.7 auf rund 1.35 Prozent. Er halbiert sich.
Ein Rechenbeispiel über CHF 5’000 Umsatz auf Rot oder Schwarz: Ohne die Regel liegt der erwartete Verlust bei CHF 135, mit der Regel bei rund CHF 68. Eine Differenz von CHF 67, ohne dass du irgendetwas anders spielst.
Zur Einordnung: 1.35 Prozent sind besser als der RTP der allermeisten Slots. Damit gehören diese Wetten zu den günstigsten Angeboten im ganzen Casino.
Die Einschränkung
Beides gilt ausschliesslich für einfache Chancen. Wer auf eine einzelne Zahl, ein Dutzend oder eine Kolonne setzt, hat weiterhin 2.7 Prozent Hausvorteil, auch am selben Tisch.
Und die Regeln sind nicht überall im Angebot. Sie stammen aus dem französischen Roulette und finden sich vor allem an Tischen, die als Französisches Roulette bezeichnet werden. Ob sie gelten, steht in der Spielinfo des Tisches unter den Regeln zur Null.
Bei einem amerikanischen Rad mit zwei Nullen liegt der Hausvorteil dagegen bei rund 5.3 Prozent. Diese Variante meidet man ohnehin.
Der häufigste Irrtum
Die Annahme, alle Roulettetische seien gleich, solange das Rad nur eine Null hat. Zwischen einem Tisch mit La Partage und einem ohne liegt derselbe Unterschied wie zwischen einem Slot mit 98.6 und einem mit 97.3 Prozent RTP. Bei Slots achten viele darauf, beim Roulette fast niemand.