Wer online nach Poker sucht, meint meist das Spiel gegen andere Menschen: Turniere, Cash Games, Bluffs. In Schweizer Casinos findest du stattdessen Poker-Varianten gegen die Bank. Es gibt keine Mitspieler, keine Position und in der Regel genau eine Entscheidung pro Runde.
Dieser Guide behandelt die drei verbreitetsten Varianten. Sie unterscheiden sich weniger in den Regeln als im Preis: Zwischen der günstigsten und der teuersten liegt der Faktor zweieinhalb auf denselben Einsatz. Ein Muster zieht sich durch alle drei, nämlich die Dealer-Qualifikation, und wer die versteht, versteht die ganze Spielkategorie.
| Variante | Hausvorteil | Entscheidungen | Charakter |
|---|---|---|---|
| Casino Hold’em | rund 2 Prozent der Ante | eine pro Runde | schnell, meist mitgehen |
| Pai Gow Poker | rund 2.7 Prozent | Aufteilung der Karten | sehr langsam, viele Unentschieden |
| Caribbean Stud | rund 5 Prozent der Ante | eine pro Runde | gemütlich, teuerste der drei |
Casino Hold’em: eine Entscheidung pro Runde
Casino Hold’em sieht aus wie Poker, funktioniert aber wie ein Tischspiel. Du setzt einen Grundeinsatz, die Ante, bekommst zwei Karten, und drei Gemeinschaftskarten werden aufgedeckt. Der Dealer hat ebenfalls zwei Karten, die verdeckt bleiben. Jetzt entscheidest du: aussteigen und die Ante verlieren, oder mitgehen mit einem Einsatz in doppelter Höhe der Ante. Danach kommen die letzten beiden Gemeinschaftskarten, und die besten fünf Karten entscheiden.
Die Regel, die man kennen muss: Der Dealer qualifiziert sich nur mit einem Paar Vieren oder besser. Schafft er das nicht, gewinnst du die Ante und dein Mitgeh-Einsatz wird unentschieden gewertet, du bekommst ihn also zurück. Das klingt nach einem Geschenk und ist der Grund, warum das Spiel überhaupt funktioniert: Deine besten Runden werden dadurch gedeckelt.
Die mathematisch korrekte Spielweise ist erstaunlich simpel: In rund 82 von 100 Runden ist Mitgehen richtig. Ausgestiegen wird nur bei sehr schwachen Händen ohne jede Verbindung zu den Gemeinschaftskarten. Der Grund liegt in der Struktur: Aussteigen kostet dich die Ante sicher, Mitgehen kostet mehr, gibt dir aber eine reale Chance auf das Doppelte oder mehr. Wer zu häufig aussteigt, macht den typischen Fehler. Es fühlt sich vorsichtig an und ist der teuerste Fehler in diesem Spiel.
Mit rund 2 Prozent Hausvorteil auf die Ante ist Casino Hold’em die günstigste der drei Varianten, besser als Roulette auf einer einzelnen Zahl und schlechter als Blackjack mit Basisstrategie.
Caribbean Stud: der teure Klassiker
Caribbean Stud ist der Klassiker unter den Poker-Tischspielen und in den meisten landbasierten Casinos zu finden. Du setzt eine Ante und bekommst fünf Karten, der Dealer ebenfalls fünf, wobei eine davon offen liegt. Danach entscheidest du: aussteigen und die Ante verlieren, oder mitgehen mit einem Einsatz in doppelter Höhe der Ante. Es wird nicht getauscht, es gibt keine weitere Runde. Eine Entscheidung, dann wird aufgedeckt.
Der Dealer qualifiziert sich hier mit Ass und König oder besser. Schafft er das nicht, gewinnst du die Ante, und dein Mitgeh-Einsatz wird lediglich zurückgegeben. Das ist die entscheidende Schwäche des Spiels aus Spielersicht: Deine besten Hände werden regelmässig entwertet. Ein Full House, gegen den sich der Dealer nicht qualifiziert, zahlt genauso viel wie ein hohes Ass, nämlich die Ante.
Die vereinfachte Strategie lautet: Mitgehen mit einem Paar oder besser, aussteigen mit weniger als Ass und König. Dazwischen hängt es von der offenen Karte des Dealers ab, und die Feinheiten dieser Zwischenfälle bringen nur wenige Zehntelprozent. Für die Praxis reicht die einfache Version, sie kommt der optimalen Spielweise sehr nahe.
Was es kostet, ist der Punkt: Der Hausvorteil liegt bei korrekter Spielweise bei rund 5 Prozent der Ante. Bei CHF 5 Ante und 100 Runden liegt der erwartete Verlust bei rund CHF 25. Bei europäischem Roulette mit demselben Gesamteinsatz wären es unter CHF 10.
Pai Gow Poker: das langsamste Spiel im Casino
Pai Gow Poker ist das langsamste Kartenspiel im Casino und dasjenige mit den meisten unentschiedenen Runden. Wer lange mit wenig Geld spielen will, findet hier das passende Spiel.
Du bekommst sieben Karten und teilst sie in zwei Hände auf: eine Fünf-Karten-Hand, die Hinterhand, und eine Zwei-Karten-Hand, die Vorderhand. Die einzige Bedingung: Die Fünf-Karten-Hand muss stärker sein als die Zwei-Karten-Hand. Wer diese Regel verletzt, hat automatisch verloren. Der Dealer teilt seine sieben Karten nach festen Hausregeln auf, danach werden beide Hände einzeln verglichen.
Es gibt drei mögliche Ausgänge: Beide Hände gewonnen bedeutet, du gewinnst deinen Einsatz. Beide verloren bedeutet, du verlierst ihn. Eine gewonnen und eine verloren ergibt ein Unentschieden, der Einsatz bleibt bei dir. Der dritte Fall tritt bei etwa 40 Prozent aller Runden ein, der höchste Anteil unentschiedener Runden aller Casinospiele und der Grund für den ruhigen Verlauf.
Auf gewonnene Runden erhebt das Haus üblicherweise eine Kommission von 5 Prozent. Bei CHF 20 Einsatz und einer gewonnenen Runde bekommst du CHF 19 Gewinn statt CHF 20. Diese Kommission ist der eigentliche Verdienst des Hauses bei diesem Spiel, der Hausvorteil liegt bei korrekter Aufteilung insgesamt bei rund 2.7 Prozent.
Die Aufteilung ist die einzige echte Entscheidung. Die Grundidee: Die Vorderhand soll so stark wie möglich sein, ohne die Hinterhand unter deren Stärke zu drücken. Zwei Faustregeln decken die meisten Fälle ab. Mit zwei Paaren: das kleinere Paar nach vorne, sofern das grössere hinten noch stark genug ist. Ohne Paar: die höchste Karte nach hinten, die zweit- und dritthöchste nach vorne.
Was alle drei gemeinsam haben
Die Dealer-Qualifikation ist die Schlüsselregel in allen drei Spielen, auch wenn sie unterschiedlich hoch angesetzt ist: Paar Vieren bei Casino Hold’em, Ass und König bei Caribbean Stud. Sie wirkt auf den ersten Blick wie ein Vorteil für dich, weil du bei einem nicht qualifizierten Dealer die Ante gewinnst. Tatsächlich deckelt sie deine besten Runden, denn genau dann bleibt der grössere Einsatz unbezahlt.
Bei allen drei gilt ausserdem: Die angebotenen Nebenwetten und progressiven Jackpots haben durchwegs deutlich schlechtere Quoten als das Grundspiel. Fast jeder Caribbean-Stud-Tisch bietet eine Zusatzwette auf einen progressiven Jackpot an, und diese Wette gehört zu den teuersten überhaupt im Casino.
Wenn du zwischen den dreien wählen kannst und auf den Preis achtest, ist die Reihenfolge eindeutig: Casino Hold’em vor Pai Gow vor Caribbean Stud. Wer dagegen lange mit einem kleinen Budget spielen will, fährt mit Pai Gow am besten, weil vier von zehn Runden ohne Verlust enden.
Der häufigste Irrtum
Diese Spiele werden für Poker gehalten und mit Poker-Denken gespielt, also vorsichtig, selektiv, mit vielen Folds. Das ist bei Casino Hold’em nachweislich der teuerste Fehler, denn dort ist Mitgehen in rund 82 von 100 Runden richtig. Gegen die Bank gibt es niemanden, den man ausspielen könnte, es gibt nur eine Rechnung, und die fällt fast immer zugunsten des Mitgehens aus.