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Casinorating

Curaçao-Lizenz

Recht & Steuern Geprüft am 06.08.2026

Die Curaçao-Lizenz ist eine Bewilligung für Online-Glücksspiel aus der Karibik. Seit dem Gesetz von Ende 2024 vergibt sie eine staatliche Behörde direkt, das alte Master- und Sublizenz-System wurde abgeschafft. In der Schweiz hat sie keine Rechtswirkung.

Kaum ein Begriff taucht auf Casino-Websites häufiger auf als Curaçao. Er wird als Qualitätssiegel präsentiert. Was er tatsächlich bedeutet, und vor allem was er für dich in der Schweiz bedeutet, ist eine andere Geschichte.

Wo Curaçao liegt und was es reguliert

Curaçao ist eine Insel in der Karibik und ein autonomes Land im Königreich der Niederlande. Seit den 1990er Jahren vergibt es Bewilligungen für Online-Glücksspiel, historisch zu sehr niedrigen Kosten und mit wenig Aufsicht. Deshalb tragen bis heute sehr viele Offshore-Casinos diese Lizenz.

Was sich seit Ende 2024 geändert hat

Das alte System beruhte auf vier privaten Masterlizenz-Inhabern, die ihrerseits Unterlizenzen verkauften. Faktisch prüfte niemand ernsthaft nach.

Ende Dezember 2024 trat ein neues Glücksspielgesetz in Kraft, in der Branche als LOK bekannt. Es schaffte das Master- und Sublizenz-Modell ab. Neu vergibt eine staatliche Behörde, die Curaçao Gaming Authority, die Lizenzen direkt. Betreiber ohne eigene direkte Lizenz verloren im Verlauf von 2025 ihre Berechtigung.

Das ist eine echte Verschärfung. Sie ändert aber nichts an dem Punkt, der für dich zählt.

Was das in der Schweiz wert ist

Nichts. Eine Bewilligung gilt immer nur im Gebiet der Behörde, die sie erteilt hat. In der Schweiz dürfen Spielbankenspiele ausschliesslich von Spielbanken mit einer Schweizer Konzession angeboten werden. Ein Anbieter mit Curaçao-Lizenz ist hier nicht bewilligt, sein Angebot gehört auf die Sperrliste der ESBK.

Konkret fehlen dir damit vier Dinge:

  • Eine Schweizer Behörde, die im Streitfall zuständig wäre
  • Die Prüfung der Spielsoftware durch die ESBK
  • Die Wirkung deiner Spielsperre, falls du eine hast
  • Die steuerliche Begünstigung deiner Gewinne

Dazu kommt ein Risiko, das selten erwähnt wird: Einsätze und Gewinne können in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Ist das Spielen selbst strafbar?

Nein. Wer an einem nicht bewilligten Angebot teilnimmt, macht sich nicht strafbar. Strafbar macht sich, wer solche Spiele anbietet. Das ändert nichts daran, dass du auf eigenes Risiko spielst.

Der häufigste Irrtum

Lizenziert wird als geprüft und sicher gelesen, und die Reform von 2024 wird als Beweis dafür angeführt. Selbst wenn die neue Aufsicht besser arbeitet als die alte: Für ein Spielerkonto in der Schweiz ist die einzige relevante Frage, ob der Anbieter auf der ESBK-Liste der bewilligten Online-Spielbanken steht. Steht er dort nicht, ist alles andere Dekoration.

In der Schweiz

Ohne Wirkung in der Schweiz. Spielbankenspiele dürfen hier nur von Spielbanken mit Schweizer Konzession angeboten werden, Angebote mit blosser Curaçao-Lizenz gehören auf die Sperrliste der ESBK. Folgen: kein Rechtsweg, keine Softwareprüfung, Spielsperre wirkungslos, Gewinne nicht steuerlich begünstigt. Das Spielen selbst ist nicht strafbar, das Anbieten schon.