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Casinorating

Steuern auf Casinogewinne in der Schweiz

Recht & Steuern Geprüft am 31.08.2026

Gewinne aus Spielbankenspielen in einem landbasierten Schweizer Casino sind vollständig von der Einkommenssteuer befreit. Bei online gespielten Spielbankenspielen eines Schweizer Konzessionärs gilt eine Freigrenze von einer Million Franken pro Einzelgewinn.

Die Schweiz behandelt Spielgewinne grosszügiger als die meisten Länder. Aber die Regeln sind nicht einheitlich, und der wichtigste Unterschied wird ständig verwechselt.

Die zwei Fälle

Landbasiert: Gewinne aus Spielbankenspielen in einem Schweizer Casino vor Ort sind vollständig von der Einkommenssteuer befreit. Ohne Obergrenze.

Online: Bei online gespielten Spielbankenspielen eines Schweizer Konzessionärs gilt eine Freigrenze von einer Million Franken pro Einzelgewinn. Was darüber liegt, ist steuerbares Einkommen.

Rechtsgrundlage ist Artikel 24 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer. Dieselbe Systematik gilt für Grossspiele, also Lotterien und Sportwetten, ebenfalls mit einer Million Freigrenze.

Der Abzug, den kaum jemand kennt

Bei online gespielten Spielbankenspielen können die tatsächlich getätigten Einsätze steuerlich abgezogen werden, bis zu einem Höchstbetrag von 25’000 Franken pro Steuerjahr.

Das ist für die allermeisten Spieler ohne Bedeutung, weil ihre Gewinne ohnehin unter der Freigrenze liegen. Relevant wird es erst, wenn ein Einzelgewinn die Million übersteigt.

Anbieter ohne Schweizer Konzession und Gewinne aus dem Ausland

Hier wird es unangenehm, und dieser Teil wird am häufigsten falsch verstanden. Artikel 24 verweist im Wortlaut auf das Geldspielgesetz, also auf Spiele, die von einem Schweizer Konzessionär durchgeführt werden. Fehlt diese Schweizer Bewilligung, greift die Befreiung nicht. Der Gewinn ist dann grundsätzlich steuerbares Einkommen, und zwar ab dem ersten Franken. Es gibt auch keine Freigrenze von einer Million, die dich hier auffängt, denn auch die knüpft an bewilligte Angebote an.

Drei Fälle sind betroffen. Online-Casinos ohne Schweizer Konzession, der häufigste Fall, wobei der Anbieter in der Schweiz ohnehin nicht tätig sein dürfte und sein Angebot auf der Sperrliste der ESBK steht. Spiel in einem ausländischen Casino vor Ort, denn wer in Las Vegas oder jenseits der Grenze gewinnt, kann sich nicht auf die Schweizer Befreiung berufen. Und ausländische Lotterien und Wetten, für die dieselbe Systematik gilt.

Was das ausmacht, zeigt ein direkter Vergleich desselben Gewinns:

Gewinn CHF 12’000 beiSteuerliche Behandlung
ESBK-konzessioniertem Schweizer Anbieter, onlinesteuerfrei, weit unter der Freigrenze von 1 Million
Schweizer Casino vor Ortsteuerfrei, ohne Obergrenze
Anbieter mit Curaçao- oder Malta-Lizenzgrundsätzlich als Einkommen zu deklarieren, Besteuerung zum eigenen Satz

Das ist ein Unterschied von mehreren tausend Franken, allein aufgrund der Wahl des Anbieters.

Bei einem nicht bewilligten Anbieter kommt zur Steuerfrage ein praktisches Risiko hinzu: Es gibt keine Schweizer Behörde, die für dich zuständig wäre, die Auszahlung ist nicht garantiert, und Einsätze wie Gewinne können in einem Strafverfahren gegen den Betreiber eingezogen werden. Manche Länder behalten ausserdem eine Quellensteuer auf Spielgewinne ein. Ob und wie du dir das anrechnen lassen kannst, hängt vom jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen ab.

Was das praktisch heisst

Für normale Spielsummen ist die Antwort einfach: Wer bei einem ESBK-konzessionierten Anbieter spielt, muss Gewinne nicht deklarieren und zahlt darauf keine Einkommenssteuer.

Ein Rechenbeispiel: Du gewinnst über ein Jahr verteilt CHF 8’000 bei einem Schweizer Online-Casino. Es fällt keine Einkommenssteuer an, und es gibt nichts einzutragen.

Zu beachten bleibt die Vermögenssteuer: Was am 31. Dezember auf dem Konto liegt, gehört wie jedes andere Vermögen in die Steuererklärung. Das betrifft nicht den Gewinn als solchen, sondern den Bestand.

Wichtiger Hinweis

Wir sind keine Steuerberater. Dieser Text gibt die Grundlagen wieder, wie sie im Bundesrecht stehen. Kantonale Unterschiede sind möglich, ebenso Sonderfälle bei Wohnsitzwechsel, bei gewerbsmässigem Spiel oder bei Gewinnen aus dem Ausland.

Bei Beträgen, bei denen es darauf ankommt, klär es mit einer Fachperson oder direkt bei deiner kantonalen Steuerverwaltung ab. Das kostet wenig und ist verbindlicher als jede Website.

Der häufigste Irrtum

Die Freigrenze von einer Million wird auf alle Casinogewinne angewendet. Sie gilt für online gespielte Spielbankenspiele und für Grossspiele. Im landbasierten Schweizer Casino ist der Gewinn dagegen unbegrenzt steuerfrei. Wer diese beiden Fälle vermischt, gibt falsche Auskunft, und das passiert auf sehr vielen Seiten.

Der zweite Irrtum ist teurer: die Annahme, Spielgewinne seien in der Schweiz generell steuerfrei. Steuerfrei ist das Spiel bei bewilligten Anbietern. Wer das mit dem Spiel bei einem nicht bewilligten Anbieter verwechselt, deklariert womöglich zu wenig, und das ist kein Kavaliersdelikt.

In der Schweiz

Grundlage ist Artikel 24 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen landbasiert und online, sie wird ständig verwechselt. Bei Anbietern ohne Schweizer Konzession gelten die Befreiungen nicht. Kantonale Unterschiede sind möglich, bei grösseren Beträgen lohnt eine Fachperson.