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Fibonacci-System

Jargon & Strategie Geprüft am 12.08.2026

Beim Fibonacci-System folgen die Einsätze der Zahlenreihe 1, 1, 2, 3, 5, 8 und so weiter. Nach einem Verlust geht man einen Schritt vor, nach einem Gewinn zwei zurück. Ein einzelner Gewinn holt die Serie nicht auf.

Kein Setzsystem klingt so seriös wie dieses, weil die zugrunde liegende Zahlenreihe aus der Mathematik stammt und in der Natur vorkommt. Mit dem Roulettetisch hat das nichts zu tun.

Wie es funktioniert

Die Fibonacci-Reihe entsteht, indem man jeweils die beiden letzten Zahlen addiert: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144.

Diese Zahlen sind deine Einsätze in Grundeinheiten. Nach einem Verlust gehst du einen Schritt vor, nach einem Gewinn zwei Schritte zurück.

Ein Beispiel mit CHF 5 Einheit: Du setzt 5, verlierst. Dann 5, verlierst. Dann 10, verlierst. Dann 15, verlierst. Dann 25, gewinnst. Du gehst zwei Stufen zurück auf 10.

Der Unterschied zu Martingale liegt genau in diesem Rückschritt. Ein einzelner Gewinn holt hier nicht alles zurück, er reduziert nur.

Die Rechnung im Beispiel

Vier Verluste zu 5, 5, 10 und 15 ergeben CHF 35 im Minus. Der Gewinn bei CHF 25 bringt CHF 25. Du stehst nach fünf Runden bei minus CHF 10, obwohl du eben gewonnen hast.

Das ist kein Fehler im Beispiel, sondern die Eigenschaft des Systems. Es braucht mehrere Gewinne, um sich aus einer Serie herauszuarbeiten. Dafür eskaliert es langsamer.

Wo es bricht

An derselben Stelle wie jedes progressive System: am Tischlimit und am Guthaben.

Mit CHF 5 Einheit lautet die Einsatzreihe 5, 5, 10, 15, 25, 40, 65, 105, 170, 275, 445, 720. Beim zwölften Schritt bist du über einem Tischmaximum von CHF 500, und bis dahin hast du bereits rund CHF 1’155 gesetzt.

Das dauert länger als bei Martingale, wo dieselbe Grenze nach sieben Schritten erreicht ist. Die Reihenfolge des Scheiterns ist aber dieselbe, nur mit mehr Zwischenschritten.

Warum die Zahlenreihe irrelevant ist

Die Fibonacci-Folge hat schöne mathematische Eigenschaften, aber keine davon betrifft Wahrscheinlichkeiten. Das Rad kennt die Reihe nicht.

Der erwartete Verlust ergibt sich aus dem Hausvorteil mal dem gesamten Umsatz. Ein System, das den Umsatz erhöht, erhöht den erwarteten Verlust. Ob die Einsätze dabei einer berühmten Reihe folgen oder einer selbst ausgedachten, spielt keine Rolle.

Auch hier: die Bonusfalle

Solange ein Bonus aktiv ist, gilt bei den meisten Anbietern eine Max-Bet-Regel, häufig um CHF 5 pro Runde. Ein progressives System überschreitet sie zwangsläufig, und das kann den Bonus samt aller daraus entstandenen Gewinne kosten.

Der häufigste Irrtum

Die Annahme, ein System sei besser, weil es aus der Mathematik stammt. Die Fibonacci-Reihe ist echte Mathematik, ihre Anwendung auf Roulette-Einsätze ist es nicht. Beides zu verwechseln ist der eigentliche Verkaufstrick dieses Systems.

In der Schweiz

Rechenbeispiele in CHF mit einem Tischmaximum von CHF 500, wie es an Schweizer Tischen üblich sein kann. Solange ein Bonus läuft, gilt bei den meisten Schweizer Anbietern eine Max-Bet-Regel um CHF 5, die jedes progressive System zwangsläufig verletzt.