Die meisten Menschen, die Beratung suchen, tun das nicht, weil ihr Leben zusammengebrochen ist, sondern weil ihnen etwas an ihrem Spielverhalten nicht mehr gefällt. Dafür ist das Angebot da, und es ist niederschwelliger, als viele annehmen.
Die schnellste Anlaufstelle
Die Telefonberatung von Spielen ohne Sucht ist unter 0800 040 080 erreichbar. Rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Es braucht keinen Namen, keinen Termin und keine Vorbereitung.
Wenn Schreiben leichter fällt als Reden: Über SafeZone.ch läuft eine kostenlose Online-Beratung zu Suchtfragen, ebenfalls anonym.
Für Gespräche, die nicht speziell mit Geldspiel zu tun haben, sondern mit allem drumherum, gibt es die Dargebotene Hand unter der Nummer 143.
Wer zuständig ist
Prävention und Beratung sind in der Schweiz Sache der Kantone. Deshalb hängt das konkrete Angebot vom Wohnkanton ab. Fast jeder Kanton hat eine Suchtfachstelle, die auch Geldspielprobleme abdeckt, und die Beratung dort ist in der Regel kostenlos.
Spielen ohne Sucht ist ein interkantonales Präventionsprogramm im Auftrag von 18 Kantonen und des Fürstentums Liechtenstein. Auf sos-spielsucht.ch findest du die Fachstellen nach Region sowie einen Selbsttest.
Was das Casino selbst anbietet
Jede konzessionierte Schweizer Spielbank hat eine Person, die für den Spielerschutz verantwortlich ist. Sie ist ansprechbar, auch von Angehörigen. Das Gespräch ist unabhängig davon möglich, ob du weiterspielen willst oder nicht.
Wichtig zu wissen: Eine externe Beratungsstelle ist unabhängig vom Casino. Sie hat kein Interesse daran, wie du dich entscheidest, und das macht das Gespräch für viele einfacher.
Wenn es um jemand anderen geht
Angehörige können sich jederzeit an eine Beratungsstelle oder an die Sozialschutzstelle einer Spielbank wenden. Eine Spielbank muss Abklärungen einleiten, wenn sie aus eigener Beobachtung oder durch Hinweise Dritter ein problematisches Spielverhalten vermutet.
Eine Sperre gegen den Willen der betroffenen Person kannst du als Angehörige oder Angehöriger allerdings nicht beantragen. Die ESBK kann das ebenfalls nicht, das können nur die Spielbanken.
Schulden gehören dazu
Bei vielen ist das eigentliche Problem nicht mehr das Spielen, sondern das, was finanziell übrig geblieben ist. Schuldenberatung ist ein eigenes Angebot und in den meisten Kantonen ebenfalls kostenlos. Die Suchtfachstellen vermitteln weiter.
Der häufigste Irrtum
Die Annahme, eine Beratung sei erst dann angebracht, wenn es richtig schlimm ist. Der übliche Anlass ist unspektakulärer: mehr eingezahlt als geplant, Verlusten hinterhergespielt, nicht mehr aufhören können, wenn man aufhören wollte. Genau dafür ist die Nummer da.