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Casinorating

Martingale (Verdopplungsstrategie)

Jargon & Strategie Geprüft am 12.08.2026

Bei Martingale wird der Einsatz nach jedem Verlust verdoppelt und nach einem Gewinn auf den Grundeinsatz zurückgesetzt. Jede abgeschlossene Serie bringt genau einen Grundeinsatz Gewinn, begrenzt wird das System durch Guthaben und Tischlimit.

Martingale ist das bekannteste Setzsystem überhaupt und das einzige, das jeder ohne Erklärung versteht. Es ist auch dasjenige, das am schnellsten sehr teuer wird.

Wie es funktioniert

Du setzt auf eine Chance mit etwa 50 Prozent, typischerweise Rot oder Schwarz beim Roulette. Verlierst du, verdoppelst du den Einsatz. Gewinnst du, gehst du zurück auf den Grundeinsatz.

Die Logik: Ein Gewinn holt alle vorangegangenen Verluste zurück und bringt zusätzlich den Grundeinsatz. Bei CHF 5 Basis sieht eine Verlustserie so aus: 5, 10, 20, 40, 80. Gewinnst du bei CHF 80, bekommst du CHF 160 und hast CHF 155 gesetzt. Plus CHF 5.

Jede abgeschlossene Serie bringt also genau einen Grundeinsatz. Das klingt nach einer Geldmaschine mit langsamer Drehzahl.

Wo es bricht

Zwei Grenzen stoppen das System, und beide sind hart: dein Guthaben und das Tischlimit.

Ein Rechenbeispiel mit CHF 5 Basis und einem Tischmaximum von CHF 500. Die Serie lautet 5, 10, 20, 40, 80, 160, 320. Der nächste Schritt wäre CHF 640 und damit nicht mehr möglich. Du hast also sieben Versuche.

Die Wahrscheinlichkeit, beim europäischen Roulette siebenmal hintereinander zu verlieren, liegt bei rund 0.94 Prozent. Das ist etwa eine von 106 Serien.

Rechnen wir 106 Serien durch: In rund 105 Fällen gewinnst du je CHF 5, macht CHF 525. In einem Fall verlierst du 5 plus 10 plus 20 plus 40 plus 80 plus 160 plus 320, also CHF 635.

Unter dem Strich rund CHF 110 im Minus. Genau das entspricht dem Hausvorteil von 2.7 Prozent, angewendet auf den erzeugten Umsatz. Das System hat nichts verändert, es hat den Verlust nur in eine andere Form gebracht.

Warum es sich trotzdem gut anfühlt

Weil du in 105 von 106 Serien als Gewinner nach Hause gehst. Wer Martingale ein paar Abende spielt, erlebt fast sicher eine positive Bilanz. Der eine Abend, an dem es kippt, kommt statistisch später und dann auf einmal.

Das ist keine Meinungsfrage, sondern die Verteilung des Systems: viele kleine Gewinne, ein seltener sehr grosser Verlust. Es tauscht Volatilität gegen ein Gefühl von Kontrolle.

Die Falle mit dem Bonus

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Solange ein Bonus aktiv ist, gilt bei den meisten Anbietern eine Max-Bet-Regel, häufig um CHF 5 pro Runde. Wer Martingale spielt, überschreitet sie spätestens im dritten Schritt.

Die Folge ist nicht eine Verwarnung, sondern in der Regel der Verlust des Bonus samt aller daraus entstandenen Gewinne. Wer mit Bonusguthaben progressiv setzt, riskiert mehr als den Einsatz.

Der häufigste Irrtum

Die Annahme, sieben Verluste in Folge seien praktisch ausgeschlossen. Bei 106 Serien pro Zyklus und einer Serie alle paar Minuten erreicht man diesen Punkt schneller, als das Wort selten vermuten lässt. Und wenn er kommt, hat man nicht sieben Einsätze verloren, sondern 127 Grundeinsätze.

In der Schweiz

Rechenbeispiele in CHF am europäischen Roulette mit 37 Zahlen und 2.7 Prozent Hausvorteil. Praktisch wichtig: Solange ein Bonus aktiv ist, gilt bei den meisten Schweizer Anbietern eine Max-Bet-Regel, oft um CHF 5. Progressives Setzen verletzt sie schnell und kann den Bonus samt Gewinnen kosten.