
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Die ESBK verzeichnet 2025 einen Rückgang des Bruttospielertrags um 2,1 Prozent.
- ✓ Der Bericht beschreibt das Jahr als Phase bedeutender Veränderungen im Schweizer Glücksspielmarkt.
- ✓ Sowohl Landcasinos als auch Online-Anbieter sind von der Entwicklung betroffen.
- ✓ Die ESBK bewertet die Marktlage als Übergangsphase mit strukturellen Anpassungen.
Schweizer Casino-GGR sinkt 2025 um 2,1 Prozent
Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat ihren Jahresbericht für 2025 veröffentlicht und darin einen Rückgang des Bruttospielertrags (GGR) um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr festgestellt. Damit setzt sich eine Phase der Veränderungen im Schweizer Glücksspielmarkt fort, die sowohl stationäre Casinos als auch lizenzierte Online-Angebote erfasst. Der Bericht zeichnet das Bild eines Marktes im Wandel, der sich strukturell neu ausrichtet und in dem verschiedene Kräfte auf Angebot und Nachfrage einwirken.
GGR-Rückgang: Was die Zahlen sagen
Ein Minus von 2,1 Prozent beim Bruttospielertrag klingt auf den ersten Blick moderat, ist aber im Kontext eines regulierten und vergleichsweise stabilen Marktes durchaus bemerkenswert. Der Bruttospielertrag entspricht den Einnahmen, die Casinos nach Auszahlung der Gewinne an die Spielerinnen und Spieler behalten. Ein Rückgang in dieser Kennzahl zeigt an, dass entweder weniger gespielt wurde, die Auszahlungsquoten gestiegen sind oder beides gleichzeitig eingetreten ist.
Die ESBK wertete das Jahr 2025 in ihrem Bericht ausdrücklich als Phase bedeutender Übergänge. Das deutet darauf hin, dass die Behörde die Entwicklung nicht als strukturelles Versagen des Marktes interpretiert, sondern als vorübergehende Anpassungsreaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen.
Übergangsphase: Was steckt dahinter?
Glücksspielmärkte befinden sich weltweit in einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung, veränderte Nutzergewohnheiten und ein wachsendes Angebot an lizenzierten Online-Plattformen prägen die Branche. In der Schweiz kommt hinzu, dass der regulierte Online-Markt noch vergleichsweise jung ist und sich erst seit einigen Jahren konsolidiert.
Stationäre Spielbanken stehen dabei vor der Herausforderung, ihr Angebot attraktiv zu halten, während ein Teil des Spielvolumens in den digitalen Bereich abwandert. Gleichzeitig müssen Online-Casinos mit lizenzierten Schweizer Konzessionen ihre Marktposition ausbauen und gleichzeitig strenge regulatorische Vorgaben erfüllen. Diese Gemengelage erklärt zumindest teilweise, warum der Gesamtmarkt in einer Übergangsphase steckt, in der die alten Gleichgewichte nicht mehr gelten, neue sich aber noch nicht vollständig etabliert haben.
Bedeutung für Spielerinnen und Spieler
Für Personen, die in der Schweiz legal online spielen, ändert sich durch den Rückgang des Bruttospielertrags zunächst wenig im Alltag. Lizenzierte Plattformen bleiben zugänglich, das Spielangebot bleibt vielfältig und die Schutzstandards bleiben unverändert hoch. Der Rückgang ist ein Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung des Marktes, kein Zeichen für eine Verschlechterung des Spielerlebnisses.
Relevant wird die Zahl allerdings dann, wenn man bedenkt, dass Einnahmen aus dem regulierten Glücksspiel in der Schweiz auch gemeinnützigen Zwecken zugutekommen. Ein sinkender GGR bedeutet potenziell auch geringere Ausschüttungen an Fonds, die soziale und kulturelle Projekte unterstützen. Dieser Zusammenhang verdeutlicht, warum der Regulierungsbehörde an einem wirtschaftlich gesunden, aber klar kontrollierten Markt gelegen ist.
Ausblick: Stabilisierung oder weiterer Rückgang?
Ob 2025 ein Ausnahme- oder ein Trendjahrgang wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt schwer beurteilen. Die ESBK interpretiert die Lage als Übergangssituation, was auf eine gewisse Zuversicht hindeutet, dass sich der Markt mittelfristig stabilisieren oder erholen wird. Entscheidend wird sein, wie rasch sich das Online-Segment weiterentwickelt und ob stationäre Casinos erfolgreich Wege finden, ihr Publikum zu halten und neue Gäste anzusprechen.
Darüber hinaus spielen makroökonomische Faktoren eine Rolle: Kaufkraft, Konsumstimmung und touristische Besuche in Spielbanken beeinflussen das Spielvolumen spürbar. Auch der internationale Wettbewerb durch nicht lizenzierte Anbieter, die trotz Netzsperren teilweise erreichbar bleiben, dürfte ein latenter Druckfaktor sein. Die Behörden stehen hier vor der dauerhaften Aufgabe, den legalen Markt attraktiv und konkurrenzfähig zu halten.
Der ESBK-Bericht für 2025 liefert einen nüchternen, aber informativen Überblick über einen Markt, der sich im Wandel befindet. Ein GGR-Rückgang um 2,1 Prozent ist kein Alarmsignal, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die Schweizer Glücksspiellandschaft strukturell verändert. Für Spielerinnen und Spieler bleibt das lizenzierte Angebot stabil und sicher. Für die Branche und die Regulierungsbehörde bedeutet das Jahr 2025 vor allem eines: Die Anpassungsfähigkeit aller Beteiligten wird darüber entscheiden, wie der Schweizer Glücksspielmarkt in den kommenden Jahren aufgestellt sein wird.
Autor & Redakteur
Can Ettiger
Can Ettiger berichtet als Autor und Redakteur bei „Casinorating“ über alles rund um Glücksspiel in der Schweiz.
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