Wenn ein Casino nach Kontoauszügen fragt oder eine Auszahlung stoppt, steckt dahinter selten Willkür. Meistens steckt ein Bundesgesetz dahinter, das dem Haus keine Wahl lässt.
Warum Casinos darunter fallen
Das Bundesgesetz über die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung, kurz GwG, gilt nicht nur für Banken. Schweizer Spielbanken werden ihm ausdrücklich unterstellt, weil dort in kurzer Zeit grosse Bargeldbeträge bewegt werden.
Die Aufsicht über die Einhaltung liegt bei der ESBK. Sie hat dafür eine eigene Verordnung erlassen, die Geldwäschereiverordnung ESBK.
Die vier Pflichten
Identifizierung. Das Haus muss wissen, mit wem es zu tun hat. Online geschieht das ohnehin bei der Kontoeröffnung, denn ein Spielerkonto darf nur eröffnet werden, wenn Volljährigkeit, Wohnsitz in der Schweiz und das Fehlen einer Spielsperre geprüft sind.
Wirtschaftlich Berechtigte feststellen. Spielst du mit deinem eigenen Geld oder für jemand anderen? Diese Frage ist keine Höflichkeitsfloskel, sie ist vorgeschrieben.
Abklärung bei ungewöhnlichen Vorgängen. Auffällige Muster lösen eine vertiefte Prüfung aus. Dazu gehört auch die Frage nach der Herkunft der Mittel.
Meldung bei Verdacht. Erhärtet sich ein Verdacht, muss das Haus der Meldestelle für Geldwäscherei des Bundes Meldung erstatten. Es darf dich darüber nicht informieren.
Was du im Alltag davon merkst
Vor allem drei Dinge: die Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung, Nachfragen bei grösseren oder ungewöhnlichen Bewegungen und gelegentlich eine Verzögerung bei der Auszahlung, bis Unterlagen geprüft sind.
Ein praktischer Tipp, der Zeit spart: Reiche die Verifizierungsunterlagen gleich nach der Registrierung ein, nicht erst bei der ersten Auszahlung. Dann liegt die Prüfung hinter dir, bevor du auf dein Geld wartest.
Zwei Gesetze, ein Verfahren
Beim Online-Spiel überlagern sich zwei Regelwerke. Das Geldspielgesetz verlangt die Identitätsprüfung zum Schutz der Spielerinnen und Spieler, also gegen Minderjährige und gesperrte Personen. Das GwG verlangt sie zur Bekämpfung der Geldwäscherei. In der Praxis erledigt der Anbieter beides in einem Schritt, deshalb wirkt die Verifizierung so umfassend.
Der häufigste Irrtum
Nachfragen zum Geld werden als Schikane oder als Vorwand gelesen, um eine Auszahlung zu verzögern. Bei einem konzessionierten Schweizer Anbieter ist das Gegenteil der Fall: Er erfüllt eine Pflicht, deren Verletzung ihn viel Geld kosten kann. Wer diese Fragen umgehen will, landet bei Anbietern, die sie nicht stellen, und dort fehlen dann auch alle anderen Schutzmechanismen.