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Casinorating

Gewinne bei ausländischen Anbietern versteuern

Recht & Steuern Geprüft am 06.08.2026

Die Schweizer Steuerbefreiung für Spielgewinne gilt nur für Spiele, die in der Schweiz bewilligt sind. Gewinne bei Anbietern ohne Schweizer Konzession sind grundsätzlich ab dem ersten Franken steuerbares Einkommen.

Die grosszügige Schweizer Regelung für Spielgewinne hat eine Bedingung, die selten mitgelesen wird. Sie gilt für Spiele, die in der Schweiz bewilligt sind. Nicht für alle Spiele.

Woran die Befreiung hängt

Artikel 24 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer befreit Gewinne aus Spielbankenspielen von der Einkommenssteuer. Der Wortlaut verweist dabei auf das Geldspielgesetz, also auf Spiele, die von einem Schweizer Konzessionär durchgeführt werden.

Fehlt diese Schweizer Bewilligung, greift die Befreiung nicht. Der Gewinn ist dann grundsätzlich steuerbares Einkommen, und zwar ab dem ersten Franken. Es gibt keine Freigrenze von einer Million, die dich hier auffängt, denn auch die knüpft an bewilligte Angebote an.

Welche Fälle betroffen sind

Online-Casinos ohne Schweizer Konzession. Der häufigste Fall. Der Anbieter darf in der Schweiz gar nicht tätig sein, sein Angebot steht auf der Sperrliste der ESBK.

Spiel in einem ausländischen Casino vor Ort. Wer in Las Vegas oder in einem Casino jenseits der Grenze gewinnt, kann sich nicht auf die Schweizer Befreiung berufen.

Ausländische Lotterien und Wetten. Auch hier gilt die Systematik: bewilligt in der Schweiz oder nicht.

Ein Rechenbeispiel

Du gewinnst CHF 12’000 bei einem Online-Casino mit Lizenz aus Curaçao. Weil der Anbieter keine Schweizer Konzession hat, ist der Betrag grundsätzlich als Einkommen zu deklarieren und wird zu deinem Satz besteuert.

Derselbe Gewinn bei einem ESBK-konzessionierten Schweizer Anbieter: steuerfrei, weil weit unter der Freigrenze von einer Million pro Einzelgewinn.

Das ist ein Unterschied von mehreren tausend Franken, allein aufgrund der Wahl des Anbieters.

Das zweite Problem

Bei einem nicht bewilligten Anbieter kommt zur Steuerfrage ein praktisches Risiko hinzu. Es gibt keine Schweizer Behörde, die für dich zuständig wäre, die Auszahlung ist nicht garantiert, und Einsätze wie Gewinne können in einem Strafverfahren gegen den Betreiber eingezogen werden.

Manche Länder behalten ausserdem eine Quellensteuer auf Spielgewinne ein. Ob und wie du dir das anrechnen lassen kannst, hängt vom jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen ab.

Wichtiger Hinweis

Wir sind keine Steuerberater. Dieser Text gibt die Grundsystematik des Bundesrechts wieder. Kantonale Unterschiede und Sonderfälle sind möglich. Wenn es um Beträge geht, bei denen es darauf ankommt, kläre es mit einer Fachperson oder direkt bei deiner kantonalen Steuerverwaltung.

Der häufigste Irrtum

Die Annahme, Spielgewinne seien in der Schweiz generell steuerfrei. Steuerfrei ist das Spiel bei bewilligten Anbietern. Wer das mit dem Spiel bei einem nicht bewilligten Anbieter verwechselt, deklariert womöglich zu wenig, und das ist kein Kavaliersdelikt.

In der Schweiz

Die Befreiung nach Artikel 24 DBG knüpft an das Geldspielgesetz und damit an eine Schweizer Bewilligung an. Ohne Konzession keine Befreiung und keine Freigrenze von einer Million. Dazu kommen fehlender Rechtsweg und das Einziehungsrisiko bei nicht bewilligten Anbietern. Kantonale Unterschiede möglich, bei grösseren Beträgen Fachperson beiziehen.