Schweizer Casinos zahlen keine normale Gewinnsteuer auf ihr Spielgeschäft, sondern eine eigene Abgabe. Sie ist der Grund, warum die Schweiz das Online-Spiel überhaupt legalisiert hat.
Worauf sie erhoben wird
Bemessungsgrundlage ist der Bruttospielertrag, kurz BSE. Das ist die Differenz zwischen allen Spieleinsätzen und allen rechtmässig ausgezahlten Gewinnen. Nicht der Umsatz, nicht der Unternehmensgewinn, sondern das, was beim Haus vom Spiel hängen bleibt.
Erhoben wird sie sowohl auf dem landbasierten als auch auf dem online erzielten Bruttospielertrag jeder Spielbank, allerdings mit unterschiedlichen Sätzen.
Die Sätze
Landbasiert: Der Basisabgabesatz beträgt 40 Prozent und gilt für Bruttospielerträge bis CHF 10 Millionen. Für jede weitere Million steigt der Grenzabgabesatz um 0,5 Prozentpunkte, bis zum Höchstsatz von 80 Prozent.
Online: Der Basisabgabesatz beträgt 20 Prozent und gilt für Bruttospielerträge bis CHF 3 Millionen. Danach steigt der Grenzabgabesatz in fünf Tranchen ebenfalls bis maximal 80 Prozent.
Ein Rechenbeispiel für den einfachsten Fall: Ein Haus erzielt landbasiert einen Bruttospielertrag von CHF 10 Millionen. Bei 40 Prozent ergibt das eine Spielbankenabgabe von CHF 4 Millionen. Alles darüber wird gestaffelt teurer.
Wohin das Geld geht
Die Spielbankenabgabe fliesst zugunsten der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, also der AHV. Das ist eines der vier im Geldspielgesetz festgehaltenen Hauptziele und in der Bundesverfassung verankert.
Bei Spielbanken mit einer Konzession B darf zusätzlich der Standortkanton eine gleichartige Abgabe erheben. Sie beträgt höchstens 40 Prozent der dem Bund zustehenden Abgabe und wird von dieser abgezogen, nicht zusätzlich draufgeschlagen. Für online erzielte Erträge gilt sie nicht.
Was das für dich als Spieler bedeutet
Indirekt einiges. Wer bei einem Schweizer konzessionierten Anbieter spielt, finanziert über die Abgabe die AHV mit. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter im Ausland spielt, tut das nicht. Genau dieses Argument war in der Abstimmung von 2018 ausschlaggebend.
Praktisch spürbar ist die Abgabe ausserdem beim Bonusniveau. Wenn ein Schweizer Anbieter kleinere Boni gibt als ein Anbieter aus Übersee, liegt das nicht an Geiz, sondern an einer Kostenstruktur, die bei 20 bis 40 Prozent des Bruttospielertrags beginnt.
Der häufigste Irrtum
Die Spielbankenabgabe wird mit der Steuer auf deinem Gewinn verwechselt. Es sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die Abgabe zahlt das Casino auf seinen Bruttospielertrag. Ob und wann du deinen Gewinn versteuern musst, richtet sich nach dem Steuerrecht und ist davon unabhängig.